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The Urban Xplorer

WHAT WE LEFT BEHIND

RegisterTUX//VRK//2015//0009

🇩🇪 Bahnbetriebswerk D.

Akte
TUX//VRK//2015//0009
Kategorie
Fracht- und Personentransport VRK
Region
Ruhrgebiet
Ort
Befahrungen
2015 · 2016
Erst­veröffentlichung
Lesezeit
8 Min.

Verlassene Gleise, eine riesige Halle mit eingeschlagenen Fenstern und Graffiti soweit das Auge reicht – das Bahnbetriebswerk in Dortmund ist ein wahres Paradies für Urban Explorer, Fotografen und Streetart-Künstler. Doch hinter den bunten Farben und der stillen Melancholie des Verfalls steckt eine bewegte Geschichte.

Dieses Werk war einst ein zentraler Knotenpunkt für den deutschen Bahnverkehr, hat jedoch mit der Stilllegung seine einstige Bedeutung verloren. Ich nehme dich mit auf eine Reise durch die Vergangenheit und Gegenwart dieses Ortes und teile meine Eindrücke eines Besuchs, der mich nachdenklich werden ließ.


Der Tag meines Besuchs war von einem goldenen Herbstlicht geprägt. Die Sonne stand tief, und die langen Schatten der zerfallenden Mauern und gesprungenen Fenster sorgten für eine dramatische Atmosphäre. Das Wetter war sonnig mit warmen Temperaturen für einen Oktobertag. Ein leichter Wind bewegte die Blätter, und das goldene Licht der tiefstehenden Sonne sorgte für eine fast surreale Atmosphäre in den verlassenen Hallen. und trug das Rascheln der umherfliegenden Blätter mit sich.

Bereits beim Betreten der Ruine wurde klar: Hier hat die Natur sich ihren Platz zurückgeholt, wie es oft bei verlassenen Industrieanlagen zu beobachten ist. Der fortschreitende Verfall zeigt eindrucksvoll, wie schnell einst belebte Orte der Vergangenheit angehören können. Die alten Bahngleise sind mit dichten Gräsern und kleinen Bäumen überwuchert, Wurzeln sprengen die Pflastersteine auf dem einst geschäftigen Betriebshof.

Die Hallen sind heute eine farbenfrohe Sammlung unterschiedlichster Graffiti-Kunstwerke, die die Geschichte des Ortes auf künstlerische Weise widerspiegeln. Neben abstrakten Motiven finden sich auch Darstellungen historischer Elemente der Eisenbahn und des Bahnbetriebs. Einige sind kunstvoll gestaltet, andere eher simple Schmierereien. Besonders auffällig war eine Treppe mit gelber Schrift, die eine markante Botschaft trug: „Alles, was ich hatte, geschluckt, aufgehängt, aufgeschützt. Es ist getan.“ Ein bedrückendes Mahnmal oder einfach nur poetische Worte?

Während meiner Erkundung begegnete ich mehreren Graffiti-Künstlern, die gerade dabei waren, neue Kunstwerke zu schaffen. Eine kleine Gruppe von Jugendlichen hatte sich eine Ecke der Halle als improvisierten Treffpunkt eingerichtet, ein paar alte Stühle und Tische standen herum. Auf einem der Wände prangten Poster alter Filme, was dem Ort eine fast heimelige, aber dennoch surreale Stimmung verlieh.


Die Anfänge

Wann genau der Güterbahnhof in Betrieb genommen wurde, ist schwer nachzuvollziehen, doch bereits um 1900 existierte ein Stellwerk auf dem Gelände. Das Betriebswerk war damals ein entscheidender Teil der Eisenbahninfrastruktur in Dortmund und diente sowohl der Instandhaltung als auch der Koordination von Güterzügen.

Während des Zweiten Weltkriegs war das Bahnbetriebswerk strategisch von Bedeutung und wurde mehrfach Ziel von Bombenangriffen. Nach dem Krieg wurde die Anlage zwar wieder instand gesetzt, doch mit dem Rückgang des Schienengüterverkehrs verlor sie zunehmend an Bedeutung.

Stilllegung und Verfall

Am 30. Juni 2007 wurde der Betrieb auf dem Gelände endgültig eingestellt. Danach begann der schleichende Verfall. Die Hallen wurden sich selbst überlassen, Metall- und Kabeldiebe machten sich über die verbliebenen Reste her. Es dauerte nicht lange, bis erste Graffiti-Künstler den Ort für sich entdeckten.

Gegenwart und Zukunft

Lange war das ehemalige Bahnbetriebswerk eine riesige Freiluftgalerie, die inoffiziell von Streetart-Künstlern genutzt wurde. Doch damit ist es bereits vorbei. 2022 wurde von der Deutschen Bahn ein neuer Plan für die Nutzung des Geländes vorgestellt. Es soll ein modernes ICE-Werk entstehen, das für die Wartung der neuesten ICE-Generation genutzt wird. Die Anlage wird eine viergleisige Werkstatthalle mit einer Länge von 480 Metern umfassen und mit modernster Technik zur Instandhaltung, Reinigung und Inspektion der Hochgeschwindigkeitszüge ausgestattet sein. Zusätzlich wird das Werk eine Geothermie- und Photovoltaikanlage zur klimaneutralen Energieversorgung nutzen. Ein Projekt mit einem Investitionsvolumen von 400 Millionen Euro, das 500 neue Arbeitsplätze schaffen soll. Die alten Hallen wurden bereits dafür abgerissen.


Informative Fakten

  • Architektur: Die großen Hallen mit ihren weitläufigen Fenstern sind klassische Industriearchitektur des frühen 20. Jahrhunderts. Besonders markant sind die riesigen Tore, durch die einst Lokomotiven fuhren. Das Bahnbetriebswerk diente als zentrale Wartungs- und Reparaturstätte für Güterzüge, bevor es stillgelegt wurde.
  • Streetart: Das Gelände gehört zu den bekanntesten Graffiti-Hotspots der Region. Hier lassen sich sowohl Werke von bekannten Sprayern als auch von Nachwuchskünstlern finden.
  • Ehemalige Funktion: Wartung und Reparatur von Güterzügen, Verwaltung und logistische Koordination.
  • Verfall: Seit 2007 offiziell stillgelegt, seitdem wachsende Verwilderung und fortschreitende Zerstörung durch Vandalismus.
  • Abriss: Die maroden Gebäude weichen einer modernen Wartungsanlage für Schnellzüge.

Das Bahnbetriebswerk war einst ein faszinierendes Zeugnis des industriellen Wandels. Es zeigte, wie schnell einst zentrale Orte in Vergessenheit geraten können und wie sich neue Generationen kreative Freiräume schaffen. Doch dieser Abschnitt ist nun Geschichte.

Mit dem Abriss der alten Hallen ist der Wandel abgeschlossen, doch mit ihm geht auch ein Stück historischer Identität verloren. Während das neue ICE-Werk Arbeitsplätze und moderne Infrastruktur bringt, bleibt die Frage offen, wie viel von der alten Geschichte bewahrt werden kann. Dennoch knüpft das Gelände erneut an seine ursprüngliche Funktion an und bleibt ein zentraler Bestandteil der Eisenbahninfrastruktur.


Blick unter einer Straßenbrücke über das überwucherte Bahngelände mit Gleisen im Lost Place Graffitibedeckte Halle mit Betonpfeilern und sonnenbeschienenem Boden im Lost Place Graffitibedeckter Vorraum mit Türöffnung ins Grüne im verlassenen Bahnwerk Großer Raum mit Graffitiwänden und sonnenbeschienenem Boden mit Türflucht im Lost Place Graffitimauer unter Stahlfensterband mit Grünblick und Gleisrest im Boden im Lost Place Graffitiraum mit Eisengeländer und sonnenbeschienenem Boden mit Türöffnung im Lost Place Graffitimauer entlang einer verglasten Wand mit Bäumen und Gleisrest im Lost Place Graffitimauer unter mächtigem Betonbalken mit sonnenbeschienenem Boden im Lost Place Graffitibedeckte Treppe führt mit Handlauf abwärts im verlassenen Bahnwerk Breite Graffitimauer unter Betonbalken mit schuttbedecktem Boden im Lost Place Graffitiraum mit Betonpfeiler und großen Fenstern mit Grünblick im Lost Place Graffitimural auf Backsteinwand mit Stahlfensterrahmen im verlassenen Bahnwerk Graffitibedeckte Treppe mit Schablonenschrift führt abwärts im Lost Place Großer Lokschuppen mit Gleisgruben und Graffiti mit Grünblick durch Fenster im Lost Place Überwuchertes Gleisfeld mit rostigen Schienen und jungen Bäumen unter blauem Himmel im Lost Place Untersicht auf überwucherte rostige Gleise mit Sprühmarke unter blauem Himmel im Lost Place Große Lokhalle mit Gleisgruben und Graffiti unter Stahldach im Lost Place Graffitiraum mit Betonpfeiler und Fensterfront mit Grünblick im verlassenen Bahnwerk Graffitiraum mit Filmplakat, Tisch und Stühlen über einem Teppich im Lost Place Graffitiraum mit dichtem Schutt und Flaschen auf dem Boden im sonnigen Licht im Lost Place Große Lokhalle mit Gleisgruben und Graffitimuralen mit Grünblick durch Fenster im Lost Place Graffitibedeckte Treppe von oben mit gelber Schablonenschrift im Lost Place Überwucherte rostige Gleise laufen unter blauem Himmel zwischen jungen Bäumen zusammen im Lost Place Hallendurchblick auf Gleisgrube mit Graffiti und Grün durch die Fenster im Lost Place Lokhalle mit langen Gleisgruben und Stahldach mit einfallendem Tageslicht im Lost Place Graffitiraum mit Schutt und großen Fenstern im einfallenden Sonnenlicht im Lost Place Überwuchertes Backstein-Bahngebäude mit Bogenfenstern hinter einem Zaun im Lost Place

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