Bahndeckungsgraben 1

Bahndeckungsgraben

Ich bin im Laufe der Jahre oft dran vorbei gekommen auf dem Weg zur Nordbahntrasse, und irgendwann kam dann der Tag, wo ich auch mal sehen wollte, wie es im inneren aussieht. Leider ließ sich das meiste nur noch erahnen, zwischen sprüerereien und Müllbergen, ich finde dennoch, dass er hier einfach erwähnt werden sollte…

Mittlerweile sind die Eingänge mit Gittern versehen worden.

Bei dieser Anlage handelt es sich um einen kleinen Bunker der Reichsbahn. Zwar ist die Bauweise der eines Deckungsgrabens sehr ähnlich, aber die massive Decken- und Wandstärke, sowie die Ausstattung lässt auf einen sehr sicheren Luftschutzbunker der Reichsbahn schließen, doch dazu später mehr. Beim Bau der Luftschutzanlage wurde wie beim Deckungsgrabenbau auch zunächst ein Graben ausgekoffert. In diesem entstand danach der halb erdversenkte LS-Raum in offener Bauweise. Normalerweise weisen die Luftschutz-Deckungsgräben lediglich eine sehr geringe Wand- und Deckenstärke auf, so dass sie nur Schutz gegen Tieffliegerbeschuss, Brandbomben und Trümmer boten. Doch dieser Deckungsgraben wurde mit einer Decken- und Wandstärke von 1,60 Metern, beziehungsweise 1,30 Metern stahlarmierten Beton erbaut. Zudem wurde der fast 29 Meter lange Luftschutzbunker mit Gasschleusen, Kurbellüfter und Abortraum ausgestattet. Alles in allem kann man sagen, dass die Insassen in diesem Bunker wesentlich sicherer waren als in herkömmlichen Deckungsgräben. Erbaut wurde der LS-Bunker im Sommer 1943 von der Reichsbahn und war nur für Arbeiter von dem Rangierbahnhof in Vohwinkel gedacht.

Da der Bunker mit einem Schutzraumbelüfter ausgestattet war, konnte sich das Reichsbahnpersonal in ihm absolut sicher vor den gefürchteten Gasangriffen in Sicherheit wägen. Um den LS-Bunker mit „Überdruck“ zu fahren, musste stets der Kurbellüfter betätigt werden. Die Rückschlagventile der Firma Auer aus Berlin wurden leider allesamt entfernt. Schade. Doch ein Teil der ausgebauten Lüftungsrohre befinden sich nachwievor noch im Deckungsgraben und oxidiert vor sich hin. Bei unserer Erkundung verrieten uns die Aussparungen und die Reste von Bankhalterungen an den Wänden, dass in diesem Bunker reichlich Sitzplätze vorhanden waren. Er soll einmal 110 Schutzsuchenden Platz geboten haben.

Frisch ↔ Lange Verlassen
Einmal kurz durchwischen ↔ Morbider Charme
Vandalismus ↔ Natürlicher Verfall
Leere Räume ↔ Viel zu entdecken
Schöne Weitwinkelmotive
Detailaufnahmen
Außenaufnahmen
Persönliche Wertung

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Über Rico Mark Rüde

Als begeisterter Schleicher(Urbexer) treibt es ihn seit 2002 an die entlegensten Orte, die vielen nicht einmal bewusst sind, obwohl man jeden Tag daran vorbei läuft, oder fährt. Er hält alles fotografisch fest und in diesem Blog wird dies dann, ergänzt durch Recherchen und Texte zu einem neuen Artikel.

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